Frankreichs Niedrigemissionszonen überstehen das Parlament: Verfassungsrat kippt die Abschaffung
Der französische Verfassungsrat hat am 2026-05-21 den Parlamentsbeschluss zur Abschaffung der ZFE-Zonen für ungültig erklärt. Die Crit'Air-Regelungen bleiben in 25 Städten in Kraft.

Logifie Team
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Der französische Verfassungsrat hat am 2026-05-21 einen Parlamentsbeschluss zur Abschaffung der Niedrigemissionszonen (ZFE) des Landes für verfahrensrechtlich ungültig erklärt. Das Crit'Air-Aufklebersystem und die ZFE-Einschränkungen bleiben in 25 Städten in Kraft, und Transportunternehmen, die französische Ballungsräume beliefern, müssen die Vorschriften weiterhin einhalten.
Warum die Abschaffung durch das Parlament blockiert wurde
Im April 2026 hatten Abgeordnete einen Änderungsantrag zur Abschaffung der ZFE-Zonen in ein umfassenderes Gesetz zur Vereinfachung des Wirtschaftslebens eingebracht. Die Nationalversammlung verabschiedete die Bestimmung am 2026-04-14; der Senat folgte am 2026-04-15 mit 224 Stimmen dafür. Viele Transportunternehmen hatten bereits damit gerechnet, dass die Regelungen fallen würden.
Der Verfassungsrat stellte fest, dass die ZFE-Abschaffung keinen ausreichenden inhaltlichen Zusammenhang mit dem ursprünglichen Zweck des Vereinfachungsgesetzes aufwies — ein Verfahrensfehler, den der Rat als cavalier législatif (Gesetzgebungsreiter) bezeichnet. Nach französischem Verfassungsrecht gibt es keine Berufungsmöglichkeit, und das Urteil trat sofort in Kraft. Der ZFE-Rahmen, der erstmals 2019 eingeführt und im Rahmen des Klimagesetzes 2021 ausgeweitet wurde, steht nun auf derselben rechtlichen Grundlage wie vor dem Abstimmung im April.
Was Transportunternehmen jetzt prüfen müssen
In den 25 Städten, die derzeit ZFE-Beschränkungen anwenden, bleiben die Crit'Air-Anforderungen unverändert. Paris wendet den restriktivsten Zeitplan an: Fahrzeuge mit Crit'Air 3 — in der Regel Diesel-Lkw, die älter als 14 Jahre sind — sind an Werktagen zwischen 08:00 und 20:00 Uhr verboten. Fahrzeuge der Kategorien Crit'Air 4, Crit'Air 5 und nicht klassifizierte Fahrzeuge sind zu jeder Zeit verboten, einschließlich an Wochenenden. Automatisierte ANPR-Kameras sind seit März 2026 in Paris, Lyon, Marseille, Straßburg, Toulouse und Grenoble aktiv, sodass Bußgelder ohne Straßenkontrolle ausgestellt werden können.
Die FNTR stellt fest , dass viele Transportunternehmen bereits erheblich investiert haben, um ihre Flotten regelkonform zu machen — in einigen Fällen wurden Hunderttausende EUR für neue Fahrzeuge oder Aufrüstungen ausgegeben. Der Verband unterstützt das Umweltziel, fordert jedoch weiterhin einen einheitlichen harmonisierten nationalen Rahmen, einheitliche Zeitpläne in allen Städten sowie gezielte finanzielle Unterstützung, um die Flottenerneuerung für kleinere Spediteure realisierbar zu machen. Frankreich hat als Reaktion auf das Urteil noch kein neues Förderprogramm angekündigt.
Was als Nächstes kommt
Die Entscheidung des Verfassungsrats verschließt auf absehbare Zeit jeden gesetzgeberischen Weg zur Abschaffung der ZFEs. Die Debatte verlagert sich stattdessen auf die Frage, wie einzelne Städte die Regelungen umsetzen und ob die nationale Regierung zusätzliche Übergangsunterstützung bereitstellen wird. Transportunternehmen, die Paris, Lyon, Marseille oder eine der anderen 22 ZFE-Städte beliefern, sollten jetzt die Crit'Air-Einstufung ihrer Flotte prüfen, die Berechtigung für verfügbare Ausnahmen bestätigen und Lieferfenster so planen, dass sie Sperrzeiten vermeiden. Die Frachtplattform von Logifie kann dabei helfen, Routen und Fahrpläne rund um ZFE-Zeitfenster neu zu strukturieren.