EU Tachographenpflicht fur Transporter ab 1. Juli 2026: Was Betreiber jetzt wissen mussen
Kleintransporter Tachographenpflicht Juli 2026: Ab 1. Juli 2026 gelten EU-Fahrzeiten- und Tachographenvorschriften fur Transporter von 2,5 bis 3,5 t auf internationalen Strecken.

Logifie Team
Logistics Technology Experts

Ab 1. Juli 2026 weitet die Europaische Union ihre Lkw-Fahrvorschriften auf einen Teil des Transportersektors aus. Leichte Nutzfahrzeuge uber 2,5 Tonnen und bis zu 3,5 Tonnen, die Guter gewerblich international befordern oder Kabotage durchfuhren, mussen einen Smart-Tachographen fuhren und dieselben Fahr- und Ruhezeiten einhalten wie Lkw. Dies ist das letzte Element des Mobility Package I, der EU-Strassenverkehrsreform von 2020, und es andert die Kostenstruktur und den Planungsrhythmus fur Tausende von Betreibern, die bisher ausserhalb des Tachographenregimes arbeiteten.
Wer ist betroffen und was andert sich?
Die neue Pflicht gilt fur Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen - einschliesslich Transporter mit Anhanger - mit einem zulassigen Gesamtgewicht uber 2,5 Tonnen und bis zu 3,5 Tonnen, wenn sie fur entgeltliche internationale Guterbeforderung oder Kabotage eingesetzt werden. Kabotage bezeichnet die inlandische Beforderung, die von einem Unternehmen aus einem anderen Mitgliedstaat durchgefuhrt wird. Massgeblich ist das im Fahrzeugschein eingetragene Gewicht, nicht die Ladung am jeweiligen Tag - ein Transporter, der bei gewerblicher Tatigkeit einen schweren Anhanger zieht, kann daher ebenfalls erfasst sein. Die Europaische Arbeitsbehorde bestatigt, dass die Vorschriften sowohl EU- als auch Nicht-EU-Fahrer erfassen, die bei EU-Transportunternehmen beschaftigt sind.
Drei Anderungen treten gleichzeitig in Kraft. Betroffene Transporter mussen einen Smart-Tachographen der zweiten Generation, Version 2, den sogenannten G2V2, mitfuhren. Fahrer wechseln in dasselbe Arbeitszeitregime wie Lkw-Fahrer gemas Verordnung (EG) Nr. 561/2006 : tagliche Lenkzeit von bis zu 9 Stunden, zweimal pro Woche verlangerbar auf 10 Stunden, maximal 56 Stunden pro Woche und 90 Stunden in zwei Wochen, eine Pause von 45 Minuten nach 4,5 Stunden Lenkzeit sowie mindestens 11 Stunden tagliche Ruhezeit. Auch die Regeln zur Entsendung von Fahrern gelten, die Lohn und Arbeitsbedingungen anheben konnen, wenn ein Fahrer vorubergehend in einem anderen Mitgliedstaat arbeitet. Die Europaische Kommission versteht diese Massnahmen als einheitliches Paket, das den Wettbewerb angleichen und die Arbeitsbedingungen der Fahrer verbessern soll.
Welche Ausnahmen gelten weiterhin?
Nicht jeder Transporter uber 2,5 Tonnen auf internationaler Fahrt benotigt ein Gerat. Zwei Ausnahmen in der Verordnung 561/2006 erlauben weiterhin den legalen Betrieb ohne Tachographen. Die Handwerkerausnahme, Article 3(aa), gilt fur Fahrer, die Materialien, Ausrustung oder Waren befordern, die im Rahmen einer handwerklichen Tatigkeit hergestellt wurden - jedoch nur, wenn die Kombination unter 7,5 Tonnen bleibt, der Einsatz innerhalb von 100 km des Standorts erfolgt, das Fahren nicht die Haupttatigkeit ist und der Transport nicht gegen Entgelt erfolgt. Die Eigenverkehrsausnahme, Article 3(ha), gilt fur Transporter, die firmeneigene Waren ohne Entfernungsbegrenzung transportieren, sofern kein Entgelt fur die Beforderung gezahlt wird und das Fahren nicht die hauptberufliche Tatigkeit des Mitarbeiters ist. Wie die IRU und nationale Kontrollbehorden betonen, sollte ein Betreiber, der jemanden ausdrucklich als Berufsfahrer beschaftigt, damit rechnen, dass der Eigenverkehrsanspruch bei einer Strassenkontrolle angefochten wird.
Was sollten Betreiber vor dem Stichtag tun?
Die Kontrollen beginnen am ersten Tag, und die Strafen sind hoch und grenzubergreifend uneinheitlich. Gemas einer landerweisen Aufstellung von trans.info kann Frankreich Bussen von bis zu EUR 30.000 mit Fahrzeugbeschlagnahme verhangen, die Niederlande EUR 4.400, Belgien EUR 2.640 und Deutschland EUR 1.500, wahrend mehrere Staaten das Fahrzeug bis zur Ausrustung mit einem konformen Gerat stilllegen. Die praktische Aufgabenliste ist klar: Eine zertifizierte Werkstatt muss den G2V2 einbauen und kalibrieren, Unternehmenskarte und Fahrerkarten mussen beschafft werden, Kartendaten mussen mindestens alle 28 Tage und der Tachographenspeicher mindestens alle 90 Tage gemas Regulation (EU) No 165/2014, Article 33 heruntergeladen und die Dateien archiviert werden. Disponenten mussen zudem Routenplane um Pflichtpausen und Ruhezeiten neu gestalten, da improvisierte Planung eine Strassenkontrolle nicht uberstehen wird. Betreiber, die bereits Dieselausgaben verfolgen, konnen aktuelle Landerpreise auf der Logifie EU-Kraftstoffpreiskarte einsehen, und Planer konnen Be- und Entladedaten sowie Mautverbote im Feiertagskalender prufen, damit Rastzeiten und Lieferfenster aufeinander abgestimmt sind.
Wenn Ihre Flotte diesen Monat Transporter in das Tachographenregime uberfuhrt, hilft die Logifie TMS-Plattform Disponenten dabei, konforme Routen zu planen, Fahr- und Ruhezeiten zu uberwachen und Kosten sowie Dokumente zentral zu verwalten. Sprechen Sie uber Angebot anfordern mit unserem Team, um zu sehen, wie die Plattform Ihren Betrieb vor dem 1. Juli 2026 unterstutzen kann.